Viele zahlen jahrelang Beiträge für Policen, die sie einmal abgeschlossen und danach nie wieder angesehen haben. Ob der Schutz noch zur Lebenssituation passt, ob er lückenhaft ist oder ob du doppelt versichert bist, zeigt ein neutraler Vertragscheck. Er ordnet deinen gesamten Bestand, statt einzelne Produkte zu verkaufen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Vertragscheck prüft Bedarf, Deckungslücken, Doppel- und Überversicherung, Preis-Leistung und veraltete Tarife.
- Der Ablauf folgt drei Schritten: Bestandsaufnahme, Marktvergleich und konkrete Empfehlung.
- Ein Versicherungsmakler ist nach § 34d GewO zugelassen und rechtlich dem Kunden verpflichtet.
- Über einen Makler ist der Check in der Regel kostenlos, vergütet wird über Provision oder Honorar nach Wahl.
Was ein Vertragscheck prüft
Ein guter Check beginnt beim Bedarf, nicht beim Vertrag. Wichtiger als jede einzelne Police ist die Frage, welche Risiken deine Existenz bedrohen und welche du problemlos selbst tragen kannst. Geprüft werden danach die Details: Deckungslücken bei den wirklich wichtigen Risiken, doppelt abgesicherte Fälle und Überversicherung bei Kleinkram. In der Schadenversicherung gilt ein Bereicherungsverbot, bei einer Doppelversicherung zahlt am Ende nur eine Police, egal wie viele laufen. Dazu kommen Preis-Leistung im Marktvergleich und veraltete Tarife, deren Bedingungen längst überholt sind.
So läuft der Ablauf
Der Ablauf ist in drei Schritte gegliedert. Zuerst die Bestandsaufnahme: alle Policen, Beiträge und Bedingungen kommen auf den Tisch, zusammen mit deiner Familien- und Einkommenssituation. Dann der Marktvergleich, bei dem dein vorhandener Schutz gegen aktuelle Tarife und Bedingungen gestellt wird. Am Ende steht eine nachvollziehbare Empfehlung: Was bleibt, was wird angepasst, was ist verzichtbar. Nichts davon musst du sofort umsetzen.
Warum ungebunden und was es kostet
Wer vergleicht, sollte aus dem ganzen Markt wählen können. Ein Versicherungsvertreter ist an ein Unternehmen gebunden und bietet dessen Tarife an. Ein Versicherungsmakler ist nach § 34d der Gewerbeordnung zugelassen und gesetzlich dem Kunden verpflichtet, er kann anbieterübergreifend vergleichen. Wichtig bleibt Transparenz, ein guter Makler legt offen, wie er an einer Empfehlung verdient. Der Check selbst kostet dich über einen Makler in der Regel nichts. Vergütet wird über eine Provision im Beitrag oder über ein separates Honorar, die Wahl liegt bei dir.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist der Blick allein auf den Preis. Ein billiger Tarif mit schwachen Bedingungen nützt im Schadenfall wenig. Ebenso riskant ist es, alte Verträge vorschnell zu kündigen, bevor der neue Schutz steht, denn bei Leben und BU kann eine erneute Gesundheitsprüfung teuer werden. Auch das Bündeln aller Policen bei einem Anbieter aus Bequemlichkeit führt selten zum passenden Ergebnis. Und wer den Check nach dem ersten Abschluss nie wiederholt, übersieht neue Lücken bei Heirat, Nachwuchs oder Gehaltssprung.
Fazit
Ein Vertragscheck schafft Überblick, deckt Lücken auf und verhindert, dass du für Schutz zahlst, den du nicht brauchst. Am meisten bringt er, wenn er ungebunden und über den ganzen Markt läuft. Finanzspicker prüft deine Verträge neutral als ungebundener Makler und ordnet ein, was bleibt und was sich anzupassen lohnt. Weitere Themen findest du in der Blog-Übersicht.
Quellen
Zum Thema
- Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung finden
- Worauf muss ich bei der BU achten?
- BU-Versicherung auswählen: Schritt für Schritt
- BU-Vertrag prüfen: 12 Klauseln
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