Rürup-Rente oder ETF-Depot? Beide bauen fürs Alter auf, aber nach völlig unterschiedlicher Logik. Die Rürup-Rente lockt mit dem Steuervorteil heute und zahlt später eine lebenslange Rente. Das ETF-Depot verzichtet auf die Förderung, bleibt dafür flexibel und jederzeit verfügbar. Welcher Weg passt, hängt von Steuersatz, Flexibilitätsbedarf und Lebensplanung ab.

Zwei Wege mit gegensätzlicher Logik

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, ist steuerlich gefördert: Die Beiträge senken heute deine Steuerlast, dafür ist das Kapital gebunden und fließt später nur als lebenslange Rente. Das ETF-Depot ist das Gegenteil. Es gibt keine Förderung beim Einzahlen, aber volle Kontrolle über Höhe, Pausen und Auszahlung. Gewinne werden überwiegend erst beim Verkauf versteuert, bei thesaurierenden ETFs fällt während der Haltedauer zusätzlich die jährliche Vorabpauschale an.

Vergleichstabelle

KriteriumRürup-RenteETF-Depot
Steuervorteil beim Einzahlenja, als Sonderausgabennein
Flexibilitätgering, Beiträge und Auszahlung gebundenhoch, jederzeit anpassbar
Verfügbarkeit des Kapitalskeine, nur lebenslange Rentejederzeit verkaufbar
Besteuerungnachgelagert, die Rente wird versteuertAbgeltungsteuer auf Gewinne
Vererbbarkeiteingeschränkt, nur mit Zusatzbausteinfrei vererbbar
KostenKosten der Rentenversicherungmeist niedrige ETF-Kosten
Passt zuhohem Steuersatz, sicherer langer Bindungwer Flexibilität und Zugriff will

Wann die Rürup-Rente punktet

Ihr Vorteil ist der Steuerabzug, und der wirkt umso stärker, je höher dein Grenzsteuersatz ist. Für Gutverdiener und Selbstständige ohne andere geförderte Vorsorge kann sie deshalb attraktiv sein, sofern die geringe Flexibilität kein Problem ist und der Anlagehorizont lang genug bleibt.

Wann das ETF-Depot vorn liegt

Wer Kapital flexibel halten, die Sparrate anpassen oder das Vermögen vererben will, ist mit dem Depot besser bedient. Es bleibt zugänglich, ist kostengünstig und lässt sich jederzeit an neue Lebensumstände anpassen. Der Preis dafür ist der fehlende Steuervorteil beim Einzahlen.

Fazit

Welcher Weg besser passt, hängt von deinem Steuersatz und deinem Bedarf an Flexibilität ab. Die Rürup-Rente spielt ihren Steuervorteil bei hohem Steuersatz und langer Bindung aus, das Depot punktet mit Flexibilität und Verfügbarkeit. Häufig ergänzen sich beide, dann ist eine Kombination sinnvoll. Als ungebundener Makler rechnet Finanzspicker beide Wege für deine Situation neutral durch. Weitere Gegenüberstellungen findest du in der Vergleichs-Übersicht.

Quellen

Zum Thema

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →