Eine Immobilie gilt vielen als Altersvorsorge schlechthin. Der Gedanke ist richtig, funktioniert aber anders als ein Sparplan: Statt Kapital, von dem du im Alter zehrst, liefert sie entweder eine Mietersparnis oder laufende Mieteinnahmen. Ob das reicht, hängt davon ab, wie sie in dein Gesamtbild passt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die eigengenutzte Immobilie wirkt im Alter wie eine zusätzliche Rente, weil die Miete wegfällt.
  • Die vermietete Immobilie liefert laufende Einnahmen, verlangt aber Aufwand und trägt Mietausfallrisiko.
  • Entscheidend ist, dass sie bis zum Ruhestand weitgehend abbezahlt ist.
  • Als einziger Baustein ist eine Immobilie riskant, im Mix mit liquiden Anlagen stark.

Die eigengenutzte Immobilie: mietfrei im Alter

Der größte Hebel der selbst genutzten Immobilie ist die wegfallende Miete. Wer im Ruhestand mietfrei wohnt, braucht spürbar weniger Einkommen, und diese Ersparnis wirkt wie eine steuerfreie Zusatzrente. Voraussetzung ist, dass die Finanzierung bis zum Rentenbeginn steht, denn eine hohe Rate trifft im Ruhestand auf ein niedrigeres Einkommen. Einplanen solltest du außerdem Instandhaltung und Modernisierung, die mit dem Alter des Gebäudes zunehmen.

Die vermietete Immobilie: Mieteinnahmen als Zusatzrente

Eine vermietete Immobilie zahlt dir im Alter eine laufende Miete, abzüglich Kosten und Rücklagen. Das ist attraktiv, verlangt aber weiter Verwaltung, birgt Mietausfall- und Instandhaltungsrisiko und bleibt an einen Standort gebunden. Nach mehr als zehn Jahren Haltedauer ist ein Verkaufsgewinn in der Regel steuerfrei, was dir im Ruhestand die Option auf einen Verkauf offenhält.

Die Risiken fürs Alter

Zwei Punkte werden oft unterschätzt. Erstens das Klumpenrisiko: Steckt der Großteil deines Vermögens in einer Immobilie, hängt deine Vorsorge an einer Lage und einem Objekt. Zweitens die Illiquidität: Du kannst keine drei Quadratmeter verkaufen, wenn du kurzfristig Geld brauchst. Genau diese Flexibilität fehlt im Alter, wenn größere Ausgaben anfallen.

Ein Baustein, nicht die ganze Vorsorge

Am stärksten ist die Immobilie als Teil eines Mixes: ein abbezahltes Eigenheim oder eine vermietete Wohnung für die Substanz, dazu ein liquider, breit gestreuter Anlagebaustein für Flexibilität und Rendite. So gleichst du die Schwächen der Immobilie aus. Als ungebundener Makler ordnet Finanzspicker die Immobilie neutral in deine gesamte Altersvorsorge ein.

Fazit

Eine Immobilie kann ein tragender Baustein der Altersvorsorge sein, vor allem mietfrei im eigenen Zuhause. Sie sollte aber bis zur Rente abbezahlt sein und nicht dein einziger Baustein bleiben, weil Klumpenrisiko und Illiquidität sonst schwer wiegen. Weitere Beiträge findest du in der Blog-Übersicht.

Quellen

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