Von einer Brutto-Gehaltserhöhung bleibt oft weniger übrig als erhofft. Zwischen dem Brutto auf dem Vertrag und dem Netto auf dem Konto liegen zwei große Blöcke, und gerade bei Gutverdienern wirken sie anders, als viele denken. Wer sie versteht, trifft bessere Entscheidungen bei Gehalt, Vorsorge und Zusatzleistungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Vom Brutto gehen zwei Blöcke ab: Steuern und Sozialabgaben.
- Sozialabgaben fallen nur bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen an, darüber steigt die Netto-Quote.
- Für die Wirkung einer Erhöhung zählt dein Grenzsteuersatz, nicht der Durchschnitt.
Block 1: Steuern
Der erste Block ist die Lohnsteuer, die sich nach dem progressiven Einkommensteuertarif richtet. Progressiv heißt: Je mehr du verdienst, desto höher wird der Satz auf den jeweils nächsten Euro. Dazu kommen der Solidaritätszuschlag, der nur noch auf höhere Einkommen anfällt, und je nach Konfession die Kirchensteuer. Für Gutverdiener ist deshalb der Grenzsteuersatz entscheidend, also der Anteil, den der Staat vom zusätzlich verdienten Euro nimmt.
Block 2: Sozialabgaben
Der zweite Block sind die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, die du dir grob hälftig mit dem Arbeitgeber teilst. Anders als die Steuer fallen sie nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze an. Renten- und Arbeitslosenversicherung haben dabei eine höhere Grenze als Kranken- und Pflegeversicherung. Verdienst du mehr, bleibt der übersteigende Teil bei der jeweiligen Versicherung beitragsfrei.
Warum Gutverdiener oberhalb der Grenzen mehr behalten
Genau hier liegt der Unterschied. Sobald dein Gehalt eine Beitragsbemessungsgrenze überschreitet, fallen auf den darüber liegenden Teil keine weiteren Beiträge zu dieser Versicherung mehr an. Auf jeden zusätzlichen Euro zahlst du dann zwar Steuer, aber anteilig weniger Sozialabgaben. Deine durchschnittliche Abgabenquote sinkt, und von einer Erhöhung oberhalb der Grenzen bleibt netto spürbar mehr übrig als von einer darunter.
Was du beeinflussen kannst
Die Steuerlast ist kein festes Schicksal. Über Freibeträge, Werbungskosten, die betriebliche Altersvorsorge und steuerfreie Arbeitgeberleistungen lässt sich die Netto-Quote heben. Welche Hebel in welcher Reihenfolge wirken, haben wir in einer eigenen Checkliste zusammengestellt.
Fazit
Zwischen Brutto und Netto stehen Steuern und Sozialabgaben, und für Gutverdiener verschiebt sich das Bild oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen zu deinen Gunsten. Wer das versteht, verhandelt Gehalt und Zusatzleistungen klüger. Als ungebundener Makler ordnet Finanzspicker die Stellschrauben neutral in deine Gesamtplanung ein. Weitere Beiträge findest du in der Blog-Übersicht.
Quellen
Zum Thema
- Mehr Netto vom Brutto: Steuern sparen als Gutverdiener
- Mehr Netto: 7 Stellschrauben für Angestellte
- Sozialabgaben senken bei hohem Gehalt
- Steuern senken als Gutverdiener: der Leitfaden
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →