Viele wissen, dass sie eine Rentenlücke haben, aber nicht, wie groß sie ist. Als Gutverdiener lohnt sich die genaue Rechnung besonders, weil deine Lücke überdurchschnittlich groß ausfällt. Dieser Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch die Berechnung und zeigt, mit welchen Bausteinen du die Lücke gezielt schließt.
Inhaltsverzeichnis
- Deine Zahlen aus der Renteninformation
- Den Bedarf im Alter bestimmen
- Inflation einrechnen
- Die Lücke in eine Sparrate übersetzen
- Bausteine zum Schließen
- Reihenfolge und Umsetzung
Das Wichtigste in Kürze
- Die Renteninformation zeigt eine Brutto-Rente vor Steuern und Krankenversicherung, nicht das, was netto ankommt.
- Als Bedarf im Alter rechnen viele mit 80 bis 90 Prozent des heutigen Nettos.
- Ohne Inflationskorrektur unterschätzt du die Lücke deutlich.
- Zum Schließen zählt weniger das einzelne Produkt als eine ehrliche Sparrate und ein früher Start.
1. Deine Zahlen aus der Renteninformation
Startpunkt jeder Rechnung ist die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Sie nennt dir drei Werte: die bisher erreichte Anwartschaft, die hochgerechnete Rente bei gleichbleibenden Beiträgen und den Effekt möglicher Rentenanpassungen. Wichtig zu wissen: Alle Beträge sind brutto, also vor Steuern und dem Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung im Alter. Von deiner künftigen Rente bleibt real spürbar weniger als der ausgewiesene Betrag. Wer es genauer will, nutzt zusätzlich den Online-Rechner der Deutschen Rentenversicherung.
2. Den Bedarf im Alter bestimmen
Im zweiten Schritt legst du fest, wie viel Geld du im Ruhestand monatlich brauchst. Als Orientierung dienen 80 bis 90 Prozent deines heutigen Nettoeinkommens, weil einige Kosten wegfallen, etwa die eigene Sparrate oder eine bis dahin abbezahlte Immobilie. Bei hohem Einkommen ist dieser Prozentsatz oft ehrlicher etwas höher anzusetzen, weil der gewohnte Lebensstandard selten stark sinkt. Rechne mit deinem tatsächlichen Netto, nicht mit dem Brutto.
3. Inflation einrechnen
Der Schritt, den die meisten überspringen, ist die Inflation. Eine Lücke von 1.000 Euro heute entspricht in 30 Jahren einem deutlich höheren Betrag, weil die Kaufkraft sinkt. Rechnest du langfristig grob mit rund zwei Prozent Preissteigerung pro Jahr, wächst der benötigte Betrag über einen langen Zeitraum stark an. Wer die Lücke in heutiger Kaufkraft plant, sollte die Sparrate entsprechend dynamisch erhöhen, damit die Rechnung im Alter noch aufgeht.
4. Die Lücke in eine Sparrate übersetzen
Jetzt wird die Lücke konkret: Bedarf im Alter minus erwartete Nettorente minus bereits vorhandene Bausteine ergibt die monatliche Lücke. Um daraus eine Sparrate abzuleiten, hilft eine grobe Faustregel. Für 1.000 Euro zusätzliche monatliche Rente über einen langen Ruhestand brauchst du ein Kapital in der Größenordnung von rund 300.000 Euro. Wie viel du dafür monatlich zurücklegen musst, hängt an zwei Stellschrauben: der Zeit bis zur Rente und der erwarteten Rendite. Beides spricht für einen frühen Start und einen renditeorientierten Kern.
5. Bausteine zum Schließen
Die Lücke schließt du selten mit einem einzigen Produkt, sondern mit einer Kombination. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan oder eine ETF-Police bildet häufig den renditeorientierten Kern. Für Selbstständige und Spitzenverdiener ohne betriebliche Lösung kann eine Basisrente in der Ansparphase steuerlich attraktiv sein. Angestellte sollten prüfen, ob ihr Arbeitgeber die betriebliche Altersvorsorge bezuschusst, denn ein Zuschuss ist eine sichere Zusatzrendite. Welche Mischung netto am meisten bringt, hängt von Steuersatz, Horizont und Flexibilitätsbedarf ab.
6. Reihenfolge und Umsetzung
Die richtige Reihenfolge verhindert teure Fehler. Zuerst steht ein Notgroschen von einigen Nettogehältern, danach fließt Geld in die Altersvorsorge. Richte die Sparrate als Dauerauftrag ein, der zu Monatsbeginn abgeht, und erhöhe ihn bei jeder Gehaltssteigerung. Einmal im Jahr, am besten wenn die neue Renteninformation kommt, prüfst du, ob Lücke und Sparrate noch zusammenpassen. So bleibt die Planung aktuell, ohne dass du dich ständig darum kümmern musst.
Häufige Fehler
- Nur die Brutto-Rente betrachten. Steuern und Krankenversicherung im Alter schmälern den ausgewiesenen Betrag spürbar.
- Die Inflation ignorieren. Ohne Kaufkraftkorrektur planst du die Lücke systematisch zu klein.
- Zu spät anfangen. Jedes Jahr früher senkt die nötige Sparrate deutlich, weil der Zinseszins länger wirkt.
- Alles auf ein Produkt setzen. Eine Mischung aus renditeorientiertem Kern und steuerlich klugen Bausteinen ist robuster.
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Fazit
Deine Rentenlücke ist kein Bauchgefühl, sondern eine Rechnung aus vier Werten: Bedarf im Alter, erwartete Nettorente, Inflation und vorhandene Bausteine. Steht die Zahl, wird aus einem diffusen Unbehagen ein konkreter Sparplan. Wenn du deine Lücke einmal sauber durchrechnen und die passende Struktur festlegen willst, ordnet Finanzspicker das im kostenlosen Erstgespräch neutral ein. Weitere ausführliche Anleitungen findest du in der Leitfaden-Übersicht.
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung – Renteninformation
- Deutsche Rentenversicherung – Online-Rechner
- Verbraucherzentrale – Geldanlage und Altersvorsorge
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