Die gesetzliche Rente ist für die meisten die Basis der Altersvorsorge, aber kaum jemand weiß genau, wie sie funktioniert und was später übrig bleibt. Gerade für Gutverdiener ist das wichtig, denn ihre spätere Rente deckt nur einen Teil des gewohnten Einkommens. Dieser Leitfaden erklärt dir in sechs Schritten, wie die gesetzliche Rente funktioniert und warum die Lücke bei höherem Einkommen größer ausfällt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die gesetzliche Rente läuft über das Umlageverfahren: Beitragszahler finanzieren die heutigen Renten.
- Deine spätere Rente richtet sich nach den eingezahlten Beiträgen, umgerechnet in Entgeltpunkte.
- Beiträge zählen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze, deshalb ist die Lücke bei Gutverdienern besonders groß.
Schritt 1: Das Umlageverfahren verstehen
Die gesetzliche Rente wird nicht angespart, sondern umgelegt. Die Beiträge der heute Erwerbstätigen finanzieren direkt die Renten der heutigen Rentner. Deine eigenen Beiträge erwerben dir dafür einen Anspruch auf eine spätere Rente. Das System hängt damit vom Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern ab.
Schritt 2: Die Renteninformation lesen
Einmal im Jahr schickt dir die Deutsche Rentenversicherung eine Renteninformation. Sie zeigt, welchen Rentenanspruch du bisher erworben hast und was du voraussichtlich bekommst, wenn du so weitermachst. Diese Zahl ist dein Ausgangspunkt, lies sie genau und bewahre sie auf.
Schritt 3: Entgeltpunkte verstehen
Deine Beiträge werden Jahr für Jahr in Entgeltpunkte umgerechnet. Wer genau den Durchschnitt verdient, bekommt einen Punkt pro Jahr, wer mehr verdient, entsprechend mehr. Entscheidend ist: Beiträge werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze fällig und zählen auch nur bis dorthin. Einkommen darüber erhöht deine Rente nicht.
Schritt 4: Die Rentenlücke erkennen
Die gesetzliche Rente liegt deutlich unter deinem letzten Nettoeinkommen. Bei Gutverdienern ist der Abstand besonders groß, weil ihre Beiträge und damit ihre Rente nach oben gedeckelt sind, ihr Lebensstandard aber am vollen Einkommen hängt. Genau diese Differenz ist die Rentenlücke.
Schritt 5: Steuer und Abgaben im Alter bedenken
Von der gesetzlichen Rente geht noch etwas ab. Sie ist steuerpflichtig, und auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen an. Die Nettorente ist deshalb niedriger als der Betrag, der in der Renteninformation steht. Das solltest du einplanen, wenn du deinen Bedarf im Alter abschätzt.
Schritt 6: Die Lücke gezielt schließen
Weil die gesetzliche Rente allein nicht reicht, braucht es zusätzliche Vorsorge, ob gefördert über Basis- oder betriebliche Vorsorge oder frei über ein Depot. Als ungebundener Makler rechnet Finanzspicker deine Lücke durch und ordnet neutral ein, welche Bausteine zu deiner Situation passen.
Häufige Fragen
Reicht die gesetzliche Rente zum Leben? Für den gewohnten Lebensstandard von Gutverdienern in aller Regel nicht, sie ist als Basis gedacht. Warum ist die Lücke bei Gutverdienern größer? Weil Beiträge und Rente bei der Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt sind, der Lebensstandard aber am vollen Einkommen hängt. Ist die gesetzliche Rente sicher? Das Umlageverfahren läuft weiter, das Niveau hängt aber vom Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern ab.
Fazit
Wer die gesetzliche Rente versteht, erkennt früh, wie groß die eigene Lücke ist und wie viel zusätzliche Vorsorge nötig wird. Die Renteninformation ist dafür der beste Startpunkt. Weitere Leitfäden findest du in der Leitfaden-Übersicht.
Quellen
Zum Thema
- Rentenlücke schließen als Gutverdiener
- Rentenlücke berechnen und schließen
- Das Drei-Schichten-Modell
- Rentenlücke bei hohem Nettoeinkommen
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